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Autonomie anstelle von Leiden als Maßstab
Im Vorwort zur 2022 prioritär für Aerzte veröffentlichten Broschüre „Euthanasie ou assistance au suicide“ der luxemburgischen Sterbehilfe -Organisation ADMD „Mäi Wëllen, Mäi Wee“ schreibt deren Präsident, Me Jean-Jacques Schonckert, einen irreführenden Satz, der bisher in jedem Land vor Einführung eines Euthanasiegesetzes , zuletzt auch in Frankreich, gebetsmühlenartig wiederholt wurde : „Or il s’agit d’un acte médical exceptionnel et rare.“
Paulette Lenert, Vize-Präsidentin der ADMD, sagt im Interview hierzu: „Ich wünsche mir, dass wir an der Spitze der Länder, die nach vorne gerichtet denken, bleiben.“ Sie spricht dann von der Notwendigkeit einer Erweiterung unseres Euthanasiegesetzes und spricht dabei einerseits vom „deutschen Modell“ als einem Recht auf assistierten Suizid ohne Indikations-und Altersbegrenzung und andererseits von der Möglichkeit einer verfassungsmässigen Verankerung eines Grundrechts auf Euthanasie, wie es auch in Frankreich vom Präsidenten ihrer französischen Schwesterorganisation (ADMD) Jean-Luc Roméro-Michel, vor kurzem analog zum Recht auf Abtreibung mit Verfassungsrang gefordert wurde. (Zitat: „ Mein Körper gehört mir, mein Tod gehört mir“)
Die befürchtete „schiefe Bahn“ oder „pente glissante“ ist Realität geworden, die Grenzen werden nicht bewacht, sondern stetig veschoben, wir sehen es derzeit nur noch nicht so stark in Luxemburg. Die Entwicklungen in unseren Nachbarländern und in USA und Kanada belegen dies einerseits mit dem rasanten Anstieg der Zahlen und der ständigen Erweiterung der Indikationen bzw der stillschweigend gewährten erweiternden Interpretation der Indikationen, ohne dass Gesetze geändert werden.
Die Diskrepanz der Euthanasie-Zahlen im ehemals katholischen Luxemburg mit zuletzt 2024 im Vergleich zu den Vorjahren relativ stabilen 0,8 % an der Gesamtzahl der Sterbefälle zu den Zahlen unseren Nachbarländer ist enorm. 2024 betrug der Anteil der Euthanasie-Fälle an der Gesamtzahl der Sterbefälle in den ehemals protestantisch-calvinistischen Niederlanden 5,8 % mit jährlichen Zuwachsraten um 10 %, in Belgien 3,6 % mit konstanten jährlichen Zuwachsraten zwischen 10 und 16 %, wovon 70 % der Fälle im ehemals protestantisch -calvinistischen Flandern und 30 % im ehemals katholischen Wallonien deklariert werden.
Diese so unterschiedllichen Entwicklungen werfen viele Fragen auf, wobei der verschiedene ehemalige Konfessionsstand dieser Länder dies nicht allein erklären kann, da im ehemals katholischen Québec in Kanada 2024 die weltweit höchste Euthanasie-Rate mit 7,3 % der Gesamt-Sterbefälle dokumentiert wurde bei jährlichen Zuwachsraten um 10%, wobei laut dem Department of Justice Canada bei ca 50% der Euthanasie-Kandidaten die Angst, anderen nicht zur Last fallen zu wollen, als Motivation angegeben wird. Laut den letzten Umfragen waren übrigens 28 % der befragten Kanadier der Meinung, dass Obdachlosigkeit eine ausreichende Bedingung sei, um den Euthanasie-Antrag zu stellen.
Im Kontext der aktuellen französischen Debatte um Euthanasie und „fin de vie“ und dem von Präsident Macron bevorzugten belgischen Modell wird das französische Tryptichon „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ grundlegend verändert: Gleichheit und Brüderlichkeit treten in den Hintergrund, wenn Menschen kein ausreichender Zugang zu Palliativmedizin gewährt wird und andere lieber sterben wollen als ihren sozialen Tod zu leben.
Laut Dietmar Mieth ist Freiheit eine Tochter der Solidarität. Wir haben aber oft nicht die Ressourcen, um Menschen in Not ein tragfähiges Haltenetz anzubieten, in dem wir zuerst Zuhörer und nicht ungenügend ausgebildete Schnell-Urteiler sind. Es geht jetzt nicht mehr nur um Menschen, die sterben werden, sondern um Menschen, die sterben wollen. Josef Pieper schrieb, dass die Verwirklichung des Guten das Wissen um die Wirklichkeit voraussetze:“ Wer nicht weiss, wie die Dinge wirklich sind und liegen, der kann auch nicht das Gute tun, denn das Gute ist das Wirklichkeitsgemässe.“
Wim Distelmans, Professor für Paliliativmedizin an der VUB und Vorsitzender der belgischen Euthanasie-Kontroll-Kommission schreibt in seinem grundlegenden Buch zum belgischen Euthanasie-Modell: « Weder der Patient selbst noch der behandelnde Arzt müssen sich an das Gutachten des zweiten oder dritten Arztes halten. Sogar wenn einer der Gutachter der Meinung ist, dass die Therapiemöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft seien, kann der Patient dies verweigern und auf der Euthanasie bestehen. Die letzte Verantwortung für die Durchführung des Willens seines Patienten bleibt somit in den Händen des behandelnden Arztes. »
2 Personen mit Demenz wurden 2020 (und 6 von 346 Patienten 2024) nach dem Urteil des obersten Gerichtshofes der Niederlande vor ihrer Euthanasie « heimlich bzw unter Anwendung von Zwang“(„subreptice“) sediert, weil ihre natürliche Willensbekundung zum Zeitpunkt der Euthanasie der ursprünglich in der Patientenverfügung gewünschten Euthanasie widersprach.
Da nun die Befürworter der Euthanasie im neuen französischen Gesetz analog zur Abtreibungsgesetzgebung einen Artikel zur „Straftat der Verhinderung der Sterbehilfe“ vorsehen und die Gegenseite bezüglich der Euthanasie von einem „Zivilisationsbruch“ spricht, bleibt tatsächlich kein Raum mehr frei für Diskussionen und dieser Kulturkampf der gegenseitigen Exkommunikationen schadet unserem gesellschaftlichen und demokratischen Miteinander mehr als wir tragen können.
Dr Robert Thill-Heusbourg
Ettelbruck
Neurologe, Palliativmediziner, Psychotherapeut und Koordinator für klinische Ethik-Beratung im deutschen Ethik-Curriculum
Ettelbruck, am 10. Mai 2026
Dir Dammen an Dir Hären,
Ech hu ganz vill Sympathien fir d‘Actioun Lëtzebuergesch an hier jorzéngtelaang Aarbecht fir eis Sprooch an ech war selwer, ëm 1978, ier ech mäi Medezinstudium ugefaang hun, als deemools jonke Schoulmeeschter-Aspirant am Comité vun Aerer Organisatioun.
Ëmsou méi verwonnert war ech, wéi ech an der Klack fir eis Sprooch vum 7.10.2023 an daer Rubrik iwert de Rollator gelies hun, datt un Alkohol-Ofhängegkeet an Multipel-Drogen-Ofhängegkeet krank Mënschen als „Schluppert“ an „“Drogemänni“ bezeechent gin, déi net „richteg“ krank wiren ( „Kränkt“ ënner Guillemet‘en) an awer all Hëllef vun der CNS géife kréien, am Géigesaz -an der Virstellung vum Auteur vun dësem Artikel- zu deene „ richteg“ an „onschëlleg“ kranke Leit, déi hire Rollator/ Rulli net vun der CNS rembourséiert kréichen.
Ouni lo wëllen op déi och sachlech sou net korrekt Aussoen iwert dëst Hëllefsmëttel anzegoen, fannen ech des Aussoën vun der Actioun Lëtzebuergesch iwert dësen Deel vu vulnerable Patienten einfach onméiglech an irresponsabel a sachlech falsch. Et fällt fir méch suguer ënnert „Hate-Speech“ fir ënnert reell Kranken tëschent „gudden“ a „schlechten“, „schëlleg“ an „onschëlleg“ Kranken ze ënnerscheeden.
Ech hoffen, datt d‘Actioun Lëtzebuergesch séch fir dës Aussoen entschëllegt an si offiziell zréckzitt.
Dr Robert Thill-Heusbourg
Médecin-spécialiste en neurologie et psychothérapie
Centre Hospitalier du Nord
Zum Artikel über das Internationale Forum für Lernschwierigkeiten vom 30.1.2016
Eine für mich sehr stimmige Definition von Krankheit in Bezug auf Lern-und Aufmerksamkeitsstörungen stammt von Prof. Andreas Warnke: „Wir sprechen von Krankheit, wenn eine körperliche oder seelische Beeinträchtigung so schwerwiegend ist, daß ein Kind oder Jugendlicher der Bewältigung von alters-und entwicklungsangemessenen Lebensaufgaben nicht nachkommen kann und dadurch seelisches und körperliches Leid von Behandlungsrelevanz entsteht. Die von dem Störungsbild betroffenen Kinder und Jugendlichen haben eine hohe Gefährdung in ihrer sozialen Eingliederung zu scheitern, in Familie, Kindergarten, Schule und Beruf in Außenseiter-positionen zu geraten und in ihren begabungsadäquat schulischen und beruflichen Ausbildungsgängen zu scheitern.“
Wieso das von der Fondation du Grand-Duc et de la Grande-Duchesse veranstaltete Symposium zu Lern-und Aufmerksamkeitsstörungen (von Dyslexie über Dyspraxie, Dysphasie, Dyscalculie zu ADHS), laut Homepage und Pressekonferenz, als einen der Hauptgedanken des Kongresses angegeben hat, dass diese Störungen weder als Krankheit noch als Behinderung zu bezeichnen seien, ist mir nicht bekannt. Es stellt aber aus neurologischer Sicht ein schwer verständliches und weder wissenschaftlich noch gesundheits-politisch argumentierbares Konzept dar .
Der zurecht wie oben definierte Krankheits-und Behinderungsbegriff dient auch als Schutz und Rechtsquelle: Schutz vor Ausgliederung, Recht auf Diagnostik, Recht auf Differenzierung und Inkludierung, Recht auf Behandlung, Recht auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse ohne das die betroffenen Kinder und Erwachsenen keinen Anspruch auf angemessene Berücksichtigung in unseren Schulen ( aménagement raisonnable) oder am Arbeitsmarkt (Statut des travailleur handicapé) haben.
Dr Robert Thill-Heusbourg
Facharzt für Neurologie
Präsident des Treffpunkt ADHS
De Gilbert Pregno schreiwt op Facebook haut:
“Marguerite Duras, Le Matin, 4 juin 1986, c’était il y a presque 35 ans ….”
« Maintenant on pourrait presque enseigner aux enfants dans les écoles comment la planète va mourir, non pas comme une probabilité mais comme l’histoire du futur. On leur dirait qu’on a découvert des feux, des brasiers, des fusions, que l’homme avait allumés et qu’il était incapable d’arrêter. Que c’était comme ça, qu’il y avait des sortes d’incendie qu’on ne pouvait plus arrêter du tout. Le capitalisme a fait son choix : plutôt ça que de perdre son règne. » (Marguerite Duras)
Ech hun e grousse Problem mat Ideologien, reliéisen an net reliéisen, well se ëmmer géint d‘ Intelligenz denken an handelen. Et gët eben e richtegen an e falsche Gebrauch vu Weltanschauungen, suwuel reliéisen wéi de net-reliéisen. De Josef Pieper huet hei parallel a synonym zuer Definitioun vun der „Ideologie“ vun der „Selbsttäuschung, die ja nichts anderes ist als eine vom Willen her bestimmte Unsachlichkeit in der Wirklichkeits-wahrnehmung“ geschwat. All Ideologien behënneren esou d‘ Entwécklung vun der Intelligenz a vum Gudden an alle Beräicher, ob elo „Bio-Ethik“ oder „Oeko-Ethik“, well, hei rëm mam Pieper geschwat, „der Vorrang der Klugheit bedeutet nämlich nichts anderes, als dass die Verwirklichung des Guten das Wissen um die Wirklichkeit voraussetzt. (…) Wer nicht weiss, wie die Dinge wirklich sind und liegen, der kann auch nicht das Gute tun; denn das Gute ist das Wirklichkeitsgemässe.“ Domadder si mir scho matzen am Thema vun Bio-an/oder Öko-Ethik, well Du kanns jo net déi bannenzéch Welt vun der Bausse-Welt trennen, a wanns Du et fir aner Zwecker wéi déi vun der Analyse méchs, da bass Du schon an daer Fal, vun daer de Pieper schreiwt. D‘ Marguerite Duras war an deem Sënn wirklech eng Visionärin, datt sie op d’manst am Beräich vun der „Bio-a Sexual-Ethik“ 1977 trotz Opfuerderung duerch den Här Matzneff selwer net mat deenen ideologesch verblendten franséische Lénken vun Aragon bis De Beauvoir a Sartre déi infam Tribune am Le Monde zum Thema Exculpéirung an Entkriminaliséirung vun der Pédophilie mat ënnerschriwen huet. Datt déi selwecht Leit (ouni d‘ Marguerite Duras) och d‘ Wierk vun engem intelligenten Net-Ideologen wéi den Albert Camus veruecht hun, seet jo scho genuch. An do, wou d‘ Marguerite Duras ideologesch bleiwt wéi hei an deem Text, wou si schreiwt, datt et am Conträr zum Kommunismus déi inhärent Logik vum Kapitalismus wier, déi eis Ëmwelt géif zerstéieren, sou gesi mir haut suwuel an de kommunisteschen wéi post-kommunistesche Länner, datt et net eleng de fräie Maart an de Kapitalismus sin, déi d‘ Ëmwelt wéinst „Profit“ zerstéieren, mee datt déi selwecht Maximéirung vum Profit a vum Wuesstem dat och an deene „kommunistesche“ Länner an an hire neien Kolonien an Afrika mécht, wubei hei nach de Problem dobei kënnt, datt et an deene Länner keng fräi Press gët, déi sou wéi an eise kapitalistesch-demokratesche Länner en alternativt Bewosstsein schafe kann. Dofir fannen ech déi zwee nei Bicher vum Carola Rackete an Luisa Neubauer (vum Greta Thunberg hun ech do nach näischt zu deem Thema a Buchform gelies, mee et geet awer och an déi Richtung) zum Thema Migratioun an Klimakrise nëmmen nach traureg, well hei aus enger neo-„marxistescher“ Attitude eraus argumentéiert gët, datt mir nëmmen de Kapitalismus mussen ofschafen, an da waer alles an der Rei. Dat si fir méch Vertrieder vun enger Pseudo-“Woke-Culture”, déi eng ganz autoritär lénks Ideologie Vertrieden, déi net besser wéi déi vu riets as, mee a méngen An méi geféierlech, well se séch mam Mäntelchen “Humanitéit” vill besser verkeeft.
Prélude:
De Fall vun der Madame Christiane Kies als Kandidatin op der ADR – Lëscht fir d’ Gemengerotswalen 2017 huet rëm ville Leit Geleenheet gin, ideologesch motivéierten Haass iwert d’ ADR ënnert engem vermeintlech gudde Virwand lasszegin.
Schued….et war eng “Affaire”, déi eigentlech keng war…
Si war awer trotzdem komplett onnéideg an hätt kënnen a sollen vun der ADR-Spëtzt am Virfeld verhënnert gin, well si schiedegt all aner seriö Kandidaten, déi de Fernand Kartheiser zurecht op séngem Blog als “couragéiert” bezeechent, op dëser an op anere Lëschten, besonnesch an dësen Zäiten, wou “Cyber-Milizen” op de soziale Medien eng nei Form vun Inquisitioun agefouert hun.
Der Madame Kies hier Aussoen op Youtube (déi vläischt strofrechtlech relevant Videon schénge mëttlerweil geläscht ze sin) si penibel. Si sin net nëmmen eng Beleidejhung vu ville Mënschen a vum Verstand, mee och eng Blasphemie vis à vis vun der chrëschtlecher Relioun, déi si hei a Geiselhaft hëlt fir hier onsäglech Iwerleeungen.
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“Firwat steet an der Zeitung, Du wiers e “Brandstëfter”, Papa?”
Sou huet méch 2008/2009 mäi Meedchen ugeschwat, well d’ Kanner am Schoulhaff esou iwert méch geschwat hätten…Dat war zu dësem Zäitpunkt am Kader vun der Rufmord – Campagne vum Wort, déi deen deemolege Wort-“Journalist” Laurent Zeimet géint méch (an anerer) gefouert huet, well ech méch zu deem Zätpunkt am Kader vun der Mobiliséirung géint déi vum Här Juncker toleréiert a gefördert alternativ Majoritéit an der Chamber fir dem Här Huss säin Euthanasie-Projet an der ADR engagéiert hat, well déi deemoleg CSV ze feig war (an haut och nach ëmmer as), dat oppen unzeschwätzen. Den Här Zeimet huet deemools -géint all journalistesch Deontologie- vu mir a vun aneren als “geistige Brandstifter” geschwat, déi “Unterschlupf” bei der ADR font hätten, alles Bezeechnungen mat krimineller Connotatioun. Dat war en ähnleche Jargon (“Hass-Hemmschwellen senkend” géif een op Däitsch soen) wéi deen, deen haut deen aktuelle Chefredakter Jean-Lou Siweck (aus dem Här Juncker sénger Schoul) a séngem Editorial vum 16. September 2017 gebraucht huet. Hei kommen d’ “Schmuddelkinder” nach dobäi. Den Här Léon Zeches, deemolege Chef-Redacteur vum Wort, mat deem ech ganz vill a gutt zesumme schaffe konnt, huet mir deemools Recht gin a mir versprach, hie géif dat bei deem betreffende “Journalist” uschwätzen… Haut sin déi selwecht Ongeeschter anscheinend rëm do. Schued fir deen Differenzéirungsverloscht an enger Zeitung, déi dem (kathoulesche) Bistum gehéiert.
Zum Artikel über das Internationale Forum für Lernschwierigkeiten vom 30.1.2016
Eine für mich sehr stimmige Definition von Krankheit in Bezug auf Lern-und Aufmerksamkeitsstörungen stammt von Prof. Andreas Warnke: „Wir sprechen von Krankheit, wenn eine körperliche oder seelische Beeinträchtigung so schwerwiegend ist, daß ein Kind oder Jugendlicher der Bewältigung von alters-und entwicklungsangemessenen Lebensaufgaben nicht nachkommen kann und dadurch seelisches und körperliches Leid von Behandlungsrelevanz entsteht.
Die von dem Störungsbild betroffenen Kinder und Jugendlichen haben eine hohe Gefährdung in ihrer sozialen Eingliederung zu scheitern, in Familie, Kindergarten, Schule und Beruf in Außenseiter-positionen zu geraten und in ihren begabungsadäquat schulischen und beruflichen Ausbildungsgängen zu scheitern.“
Wieso das von der Fondation du Grand-Duc et de la Grande-Duchesse veranstaltete Symposium zu Lern-und Aufmerksamkeitsstörungen (von Dyslexie über Dyspraxie, Dysphasie, Dyscalculie zu ADHS), laut Homepage und Pressekonferenz, als einen der Hauptgedanken des Kongresses angegeben hat, dass diese Störungen weder als Krankheit noch als Behinderung zu bezeichnen seien, ist mir nicht bekannt. Es stellt aber aus neurologischer Sicht ein schwer verständliches und weder wissenschaftlich noch gesundheits-politisch argumentierbares Konzept dar .
Der zurecht wie oben definierte Krankheits-und Behinderungsbegriff dient auch als Schutz und Rechtsquelle: Schutz vor Ausgliederung, Recht auf Diagnostik, Recht auf Differenzierung und Inkludierung, Recht auf Behandlung, Recht auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse ohne das die betroffenen Kinder und Erwachsenen keinen Anspruch auf angemessene Berücksichtigung in unseren Schulen ( aménagement raisonnable) oder am Arbeitsmarkt (Statut des travailleur handicapé) haben.
Dr Robert Thill-Heusbourg
Facharzt für Neurologie
Präsident des Treffpunkt ADHS
siehe auch das Video hierzu auf meiner Facebook-Seite
Dr Robert Thill-Heusbourg
Vortrag am Ethik-Symposium
St. Josef-Hospital Wiesbaden
- November 2015
Zwei Bemerkungen zu Beginn:
- Folie Centre Hospitalier du Nord
Als wir 2003 in Ettelbruck unser Klinikum neu bauten, hatten die Architekten die Idee, die Palliativstation nicht nur nicht im allgemeinen Bettenflügel, sondern im ruhigeren zentralen Verwaltungsturm unterzubringen, andererseits aber auch nach aussen eine Grenze zu überschreiten, indem sie die Zimmer einfach einen Meter über die Fassade hinauswachsen liessen : zeichenhaft für das Mehr an Engagement, Zeit und Raum, was gute Medizin und Palliativmedizin von uns einfordern.
- Folie Wappen Spaniens: Plus ultra
Im Wappen Karls V. symbolisieren die Säulen des Herakles noch die Grenzen der alten Welt, das “Non plus ultra”, das “Hier geht es nicht mehr weiter”, konkret bei den Phöniziern die Meerenge von Gibraltar, aber Karl V. hatte diese Säulen dann nach seinem Vorstoss nach Amerika mit einem neuen Spruchband mit seinem nun modifizierten Wahlspruch “plus ultra”, also “darüber hinaus”, “immer weiter”, versehen. Dieses “Plus ultra” ist nun auch zur Devise unserer globalisierten Welt geworden und dient quasi als Auftrag, alle bestehenden Grenzen, und natürlich besonders in den Geistes-und Naturwissenschaften, aber auch im religiösen, ethischen und moralischen Geistesraum in Frage zu stellen.
Ich habe immer schon gesagt, dass die Vorbereitung zum Euthanasie-Denken schon beim öffentlichen Transport beginnt. Wenn wir es nicht schaffen, den schwächeren Mit-Menschen, welche nicht mehr so gut und so schnell „funktionieren“, das Gefühl zu geben, dass sie ge-und beschützt (siehe „Pallium“) werden, dann brauchen wir uns auch nicht zu wundern, wenn sie früh- und vorzeitig bereit sind, Schluss zu machen und ihrem Leben ein Ende zu bereiten (bereiten zu lassen), sobald sie auf die Hilfe und Unterstützung anderer Menschen angewiesen sind.
Continue reading: Recht zum Sterben-Pflicht zum Sterben: Seid Sand, nicht Öl im Getriebe der Welt
Vortrag am Symposium « Palliativ ohne Grenzen », Meran
Themenschwerpunkt « Würde bis zuletzt »
30.5.2014
Dr Robert Thill-Heusbourg, Hôpital Saint Louis
Centre Hospitalier du Nord, Ettelbruck
„Der Abschied von Grenzen und Ritualen“
– Euthanasie und die Suche nach der Achtsamkeit des Lebens
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ich werde den Gedankenraum dieses Vortrags in einem Dreischritt mit ihnen begehen. Im ersten Gedankenraum begegnen wir dem Begriff der Grenzen , im zweiten Gedankenraum begegnen wir dem Begriff der Rituale. Den dritten Gedankenraum habe ich in vier kleinere Räume unterteilt : Achtsamkeit, Askese des Raumes, Askese der Zeit, Langsamkeit.
Ein alter Hofrat, den ich vor mehr als 30 Jahren in Graz kennen lernen durfte, pflegte seinen Vorträgen immer eine Art kurzes Ritual einer « Bitte um Nachsicht », einer « captatio Continue reading: Der Abschied von Grenzen und Ritualen – Euthanasie und die Suche nach der Achtsamkeit des Lebens
24.Juni 2014
Herrn Jean-Lou Siweck
Chefredakteur
Luxemburger Wort
Sehr geehrter Herr Siweck,
In Ihrem Leitartikel vom 21. Juni zum Thema ADR “Platzproblem” schreiben Sie unter anderem:
“Fernand Kartheiser gibt seinerseits vehement den Verteidiger eines erzkonservativen Familienbildes. Nur schade, dass er seine politische Karriere vorher, als Vorsitzender der Männervereinigung AHL, auf seiner Scheidung aufgebaut hat…”
Ich bin erstens darüber verwundert, dass sie Herrn Kartheiser somit unterstellen, dass er sein Engagement für ein “konservatives Familienbild” nur vortäuscht (“Gibt..den Verteidiger”) Dass sie zweitens einen (vermeintlichen) Gegensatz sehen zwischen seinem konsequenten Eintreten für ein “konservatives” Familienbild und der Tatsache seiner Scheidung, ist doch erstaunlich für einen Menschen Ihrer Bildung und Ihres Auftrags. Ich glaube nicht, dass der Umstand, in einer Ehe gescheitert zu sein, ein Grund sein könnte, sich nicht mehr für ein katholisches – Sie nennen es “erzkonservatives”- Familienbild einzusetzen, im Gegenteil. Gerade aus dem Scheitern heraus erstehen Menschen oft mit einem erneuerten Blick auf das Vergangene und vermögen so anders und manchmal auch besser mit alten Idealen und anderen Menschen umzugehen.
Ich finde es weiters befremdlich und bedauerlich, dass sie Herrn Kartheiser einen Vorwurf daraus zu machen scheinen, dass er als politisch denkender Mensch seine persönliche Situation als Geschiedener, die er mit vielen Menschen in unserem Land teilt, zu einem seiner Ausgangspunkte für sein politisches Handeln macht. Für sehr viele Menschen in psycho-sozialen und politischen Berufen lassen sich ihr spezifisches Engagement und ihre Berufswahl auf solche biographischen Wunden zurückführen und dies ist weder krankhaft noch ehrenrührig.
Hochachtungsvoll und mit der Bitte um Veröffentlichung auf Ihrer Leserbriefseite,
Dr Robert Thill-Heusbourg
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